Auf eigene Verantwortung

Ich bin 77 Jahre alt und habe im Februar 2004 ein CI bekommen. Aber ich will von Anfang an erzählen...

Vor zwanzig Jahren wurde mein Gehör schlechter und auf Drängen meiner Kinder ging ich zum HNO-Arzt und bekam meine ersten Hörgeräte beidseits. Zehn Jahre wurde ich damit bestens fertig. Dann bekam ich Schwierigkeiten beim Telefonieren, denn ich habe oft nicht verstanden, wer angerufen hatte. Wenn ich anrief, ging es besser, denn ich konnte mich ja auf die Person einstellen. Als meine Kinder bei mir zu Besuch waren, brachten sie mir ein Faxgerät mit. Anfangs dachte ich: „Was soll ich damit?“, denn die meisten meiner Bekannten hatten kein Faxgerät. Aber schnell gewöhnte ich mich daran. Von da an habe ich mich mit meinen Kindern nur per Fax verständigt. Bei Behörden oder geschäftlichen Sachen gab ich seitdem nur meine Fax-Nummer. an. Da ich auch meine Hausklingel nicht mehr hörte, mussten sich beispielsweise die Handwerker vorher per Fax anmelden.

Ich bekam noch zweimal neue Hörgeräte, aber ich war damit zunehmend nicht zufrieden. Die Geräusche übertönten immer die Sprache. Ich ging dauernd zum Akustiker, denn ich war der Meinung, dass meine Hörgeräte nicht richtig eingestellt waren. Ich wollte nicht glauben, dass es an meinem schlechter gewordenen Hören lag. Bei Besuchen wurde ich immer stiller, denn ich konnte den Unterhaltungen nicht mehr folgen. Ich bekam einzelne Worte mit und wusste dann, worüber man sich unterhielt, und gab ich mal eine Antwort, kam sie viel zu spät, man unterhielt sich schon längst über etwas anderes. Was habe ich dann beim nächsten Mal gemacht? Ich schwieg und wurde bei Geselligkeiten immer schweigsamer. Zum Schluss war ich immer froh, wenn ich wieder bei mir zu Hause war.

Drei Jahre vor meiner CI-Operation ertaubte ich links. Mein HNO-Arzt nahm das Hörgerät und sagte, dass das nichts mehr nütze. So hatte ich nur noch rechts ein Hörgerät, dessen Geräusche mich fast wahnsinnig machten. Ich ging zum Akustiker, der mir sagte: „Drängen Sie darauf, dass man Sie zur Untersuchung schickt.“

 

(...)

Gerti Jerzmann

Quellenweg 16

63619 Bad Orb

 

 

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