Das alltägliche Wunder

Oh, es hat geklingelt und der Hund bellt. Nichts Besonderes? Keinesfalls! Das zu hören, ist für mich immer noch ein Wunder, das mir durch ein ABI (Auditory Brainstem Implant = Hirnstammprothese) ermöglicht wurde.

 Vor nunmehr neun Jahren erkrankte ich an einer Meningitis, die zu einer totalen Schädigung des Innenohrs (Gehör und Gleichgewicht) führte. Auch die Hörnerven waren geschädigt, wieweit, war damals noch nicht festzustellen. Die Verknöcherung schritt schnell voran, die CI-Implantation wurde zehn Monate nach der Ertaubung genehmigt, aber erst fünfzehn Monate später durchgeführt. Trotzdem bekam ich ein CI auf der rechten Seite, das aber nicht den gewünschten Erfolg zeigte – ich konnte mit ihm nur fühlen, nicht hören. Das war schon besser als gar nichts: Ich konnte Geräusche wahrnehmen, sie aber nicht unterscheiden. Alles dröhnte gleichermaßen: Autos, Sprache, Vögel. Und bei Stress wurde alles sowieso vom Tinnitus überlagert. Nach einigen Jahren vergeblicher Hoffnung auf eine Erholung des Hörnervs hatte ich mich damit abgefunden, dass mehr nicht möglich war, auch weil eine Implantation auf der linken Seite durch die Verknöcherung der Schnecke nicht mehr durchführbar war. Ich hörte auf, mich mit Hörübungen zu quälen, die nur zeigten, was ich alles nicht konnte.

Auf langes Drängen von Freunden entschloss ich mich zu einer Reha in Bad Berleburg, nicht weil ich wirklich etwas erhoffte, sondern eher, um nichts ausgelassen zu haben. Die Reha war, wie ich vorher schon befürchtet hatte, nicht hilfreich für das Hören – immerhin konnte ich die Hörübungen als Absehtraining nutzen.

(...)

Dr. Ragna Sprigade

Hochlandstr. 32

12589 Berlin

 

 

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