Hörgerät oder Cochlea Implantat für hochgradig Schwerhörige?

Die Schwelle, ab welcher Ausprägung einer Schwerhörigkeit eine Versorgung mit Cochlea Implantaten (CI) angeraten wird, hat sich in den vergangenen Jahren geändert. Nachdem anfangs lediglich bei vollständiger Taubheit operiert wurde, wird die Indikation zur Implantation nun vermehrt auch bei Hörgeschädigten mit Resthörvermögen oder hochgradig Schwerhörigen gestellt. Die Gründe für eine „großzügigere“ Indikationsstellung für eine CI-Versorgung liegen vor allem in den sehr guten Erfahrungen, die Betroffene mit deren Familien und Ärzte nach der Implantation gemacht haben, sowie in den verbesserten technischen Möglichkeiten und der geringen Komplikationsrate. Viele Erfahrungsberichte geben davon Zeugnis und in der wissenschaftlichen Fachliteratur werden mittlerweile die Langzeitergebnisse dargestellt. Bei Kindern mit angeborener Taubheit stellt sich dar, dass die frühe Versorgung mit einem CI eindeutige Vorteile für die Sprachentwicklung bringt. Viele der früh versorgten Kinder haben eine normale Sprachentwicklung. Weiterhin zeigte sich auch, dass Hörgeschädigte mit einem Resthörvermögen teilweise mehr von der Implantation profitieren als Gehörlose. Dies hat sich ebenso bei Kindern gezeigt. Hierbei bewirkt wohl die frühe – wenn auch nicht normale – Stimulation der Hörbahnen, dass die Strukturen im Gehirn, die für die Hörverarbeitung wichtig sind, noch besser ausgebildet werden können.

Bereits 1995 wurde im Consensus-Statement des Nationalen Gesundheitsamtes der USA darauf hingewiesen, dass auch bei Resthörigkeit, welche mit Hörgeräteversorgung nicht zu ausreichendem Sprachverstehen führt, eine CI-Versorgung Vorteile für die lautsprachliche Verständigung des Betroffenen erbringen könnte.

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Dr. Maria Schuster

Prof. Dr. Ulrich Hoppe

Klinik und Poliklinik für HNO

Universität Nürnberg-Erlangen

Waldstr. 1

91054 Erlangen
 

 

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