„Mama, wann fahren wir nach Hannover und kaufen ein CI?“

Anna war acht Jahre alt, als sie mir das erste Mal diese Frage stellte.

Aber erstmal möchte ich uns vorstellen: Wir sind die Familie Jegminat und wohnen in Bargteheide, einer kleinen Stadt in Schleswig-Holstein. Mein Mann Holger, ich, Christopher (15) und Anna (13) sind alle von Geburt an hochgradig schwerhörig an Taubheit grenzend bzw. gehörlos, wir benutzen sowohl die Gebärden- als auch die Lautsprache. Mit meinem Mann gebärden die Kinder und mit mir reden sie, wie ihnen der Schnabel gewachsen ist. Die Hörschädigung ist erblich bedingt, ich habe noch eine gehörlose Schwester, die ebenfalls zwei hörgeschädigte Kinder hat. Wir haben noch einen älteren, hörenden Bruder und hörende Eltern. Mein Mann ist Einzelkind und der einzige Hörgeschädigte in seiner Familie.

Christopher und Anna besuchten von Anfang an die lautsprachlichen Einrichtungen in der Schwerhörigenschule (Frühförderung), Sonderkindertagesheim für Schwerhörige und jetzt sind beide in der Realschule für Schwerhörige in Hamburg. So entstanden auch die ersten Kontakte zu den CI-Trägern, die ich anfangs mit Misstrauen beäugte. Das CI war noch so fremd, für uns auch schrecklich; schon alleine die Vorstellung, dass so ein Ding im Kopf eingepflanzt wird. Das kam für uns nicht in Frage, wir hatten in der Familie die Gebärdensprache, Dolmetscher auf Veranstaltungen waren für uns selbstverständlich, und vor allem: Wir wollten unsere eigene Gemeinschaft nicht verraten! Außerdem kamen wir gut mit unserer Hörbehinderung zurecht. Wir hatten ein nettes Elternhaus und einen großen Freundeskreis, der zum größten Teil aus Hörgeschädigten besteht. Wir vermissten gar nichts.

(...)

 

Christine Jegminat

Hoppensack 12 a

22941 Bargteheide

 

... und weitere interessante Artikel lesen Sie bitte in der aktuellen Ausgabe, zu bestellen bei der Redaktion!