Verhaltensmuster bei erworbener Hörschädigung 

fortschreitend schwerhörig

 ich verstehe die welt nicht mehr

nichts klingt mehr

wie musik in meinen ohren

am klavier immer ein paar töne weniger

in ein paar monaten

 

du ha_ _  do_ _  je_ _ _  _ wie

(du hast doch jetzt zwei)

HÖRgeräte

warum bloß

kannst du mich nicht

VERSTEHEN?!

 

still werde ich

verrückt

in eine

dumpftönernde

mattleise buchstabenschlingende

wortverzerrte welt

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Mit 19 Jahren wurde bei mir eine „leichte bis mittelgradige Hochtonschwerhörigkeit“ festgestellt. Ich hatte gerade mein Studium begonnen, doch in den so genannten „HÖRsälen“ (welch’ Ironie!) konnte ich nur mühevoll etwas verstehen. Zunächst schob ich das auf die generell schlechte Akustik der Universität: weitläufige Räume, hohe Decken, Nachhall allerorten. Warum aber verstanden meine Kommilitonen auch in solchen Situaitonen ALLES und ich nur bruchstückweise? Ich zweifelte zunächst mehr an meinem Verstand als an meinen Ohren. Wer denkt schon als junger Mensch daran, schwerhörig zu sein, zumal ich vorher nie Probleme mit meinem Gehör gehabt hatte! Irgendwann traute ich mich schließlich doch zu einem Akustiker, dessen Diagnose eindeutig war. So bekam ich die ersten Hörgeräte meines Lebens: Kleine, hautfarbene Im-Ohr-Pfropfen und mein erleichtertes Aufatmen „Die sieht man ja gar nicht!“

(...)

 

Elke Kraft

Homburger Str. 24

61169 Friedberg

 

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