Für Neues war ich immer zu haben…

Zunächst kurz mein Werdegang als Ertaubter: 1938 geboren, verschlechterte sich mit drei Jahren mein Gehör durch Scharlach. Rechts wurde ich taub, links schwerhörig. Ich besuchte die Schwerhörigenschule in München und trug etwa ab dem zehnten Lebensjahr ein Hörgerät links. Die Berufsschule war für Normalhörende, trotzdem habe ich beide Schulen mit gutem Erfolg abgeschlossen. Im Alter von 37 Jahren ertaubte ich innerhalb weniger Monate auch links völlig. Elf Jahre war ich dann taub und verständigte mich durch Mundablesen, das mir damals leichter fiel als heute.

1986 gab mir ein früherer Berufskollege – ich wurde nach der Ertaubung im Unternehmen umbesetzt von Programmierer auf Debitoren-Buchhalter – einen Artikel von Franz Wimmer in den „Salzburger Nachrichten“, in dem Franz seine Implantation in der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) und den Erfolg mit dem neuen Hören beschrieb. Für mich war dies sehr interessant, denn ich litt darunter, z.B. bei Besuchen nur als unbeachtetes Anhängsel nicht am Gespräch beteiligt zu werden und beim Fernsehen nichts zu verstehen. So hätte ich gerne z.B. bei der Karnevalssendung „Mainz bleibt Mainz...“ die Witze der Büttenredner verstanden. Meine Frau bemühte sich, sie mir aufzuschreiben, doch ist da die Pointe weg, wenn man das nachträglich liest. Auch bin ich der Meinung, dass man als (Hör-)Behinderter die Verpflichtung hat, die Belastungen für die Angehörigen und andere Menschen zu minimieren, also nach Möglichkeit selbst zu verstehen, statt sich alles aufschreiben zu lassen. Gebärdensprache kam für mich nie in Frage, selbst während der elfjährigen Taubheit habe ich nicht daran gedacht. Für einen Spätertaubten ist da der Aufwand zu groß, man müsste Arbeitskollegen und die gesamte Verwandtschaft in Gebärdenkurse jagen, damit man sich mit ihnen unterhalten kann. Das könnte als Zumutung empfunden werden und den gegenteiligen Effekt haben, dass kein Verwandtenbesuch mehr kommen will. Nach Erörterungen zwischen meiner Frau und mir beschlossen wir daher, den Versuch mit dem CI zu wagen. Ich bewarb mich um eine Implantation an der MHH.

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Herbert Egert

St.-Veit-Str. 24

81673 München

 

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