Ich wünsche mir zu Weihnachten ein CI

An einem heißen Sommertag 1999 kam Carina, acht Jahre alt, zu mir und sagte: „Mama, ich will hören, ich will ein CI haben.“ Das war ein Thema, mit dem ich mich vorher nie auseinander gesetzt hatte; umso erstaunter war ich, als sie mich darauf ansprach. Wir wohnen am Rande von Hamburg. Mein Mann Bernd und ich sind gehörlos, Laura, die älteste Tochter, ist mittelgradig schwerhörig und Carina an Taubheit grenzend schwerhörig. Laura besucht das Lohmühlen-Gymnasium, ein Integrations- und Aufbaugymnasium, und Carina die Schwerhörigenschule, beide in Hamburg.

Im Herbst wiederholte sie immer wieder ihren Wunsch. Endlich, im Januar 2000, waren wir in der MHH, dem größten Implantatzentrum der Welt. Die Warteliste war lang. Dort wurden wir drei Tage lang stationär aufgenommen. Es waren sehr anstrengende Tage des Wartens zwischen den einzelnen Untersuchungen. Wir wurden wie am Fließband behandelt. Alles musste schnell gehen. Beim Abschlussgespräch mit den vielen Ärzten stand klipp und klar fest, dass Carina ein CI-geeignetes Kind war. Es gab keine Zeit für zwischenmenschliche Gespräche. Ich war enttäuscht, dass für mich als gehörlose Mutter mit vielen Ängsten und Fragen kein Dolmetscher zur Verfügung stand.

Nachdem ich mich von den inneren Spannungen der Untersuchungen erholt hatte, gab ich Carina drei Monate Bedenkzeit und erklärte ihr auch die möglichen Komplikationen und Folgen. Nach ein paar Wochen sagte mir Carina: „Mama, ich will kein CI, ich habe Angst vor der Operation.“ Ich habe das respektiert und dann war drei Jahre Funkstille.

(...)

 

Christine und Carina Scholler

Hauptstr. 24 a

22885 Barsbüttel

E-Mail: christine.scholler@web.de

 

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