Wo ein Wille ist, ist oft auch ein Weg

Meine Kindheit erlebte ich in einer ‘normalen’ Mittelstandsfamilie; meine Eltern, die ältere Schwester und mein jüngerer Bruder sind normal hörend. Ungefähr ab dem sechsten Schuljahr konnte ich dem Unterricht nicht mehr ganz folgen. Man sagte mir, ich solle nicht so faul sein und besser aufpassen. Einige Zeit später waren wir bei meinem Onkel, einem Ohrenarzt. Er merkte, dass ich bei Gesprächen nicht alles verstand, stellte auf beiden Ohren eine mittelgradige Schwerhörigkeit fest und verordnete mir ein Hörgerät. Der Klang des Hörgerätes war blechern und die Nebengeräusche waren fast schmerzhaft. Mit der Zeit gewöhnte ich mich an das neue Hören. Woran ich mich aber lange nicht gewöhnen konnte, waren die komischen Blicke der Leute, die immer, wenn sie das Hörgerät bemerkten, in eine andere Richtung schauten. Auch in meiner Klasse war ich oft Hänseleien ausgesetzt, denn das Verstehen im Unterricht war nicht so einfach, es ging viel an mir vorbei. Wenn ich etwas nicht richtig verstand, wurde ich manchmal sehr wütend auf mich. Aber irgendwie habe ich die Schulzeit dann doch ganz gut überstanden, obwohl sich das Hören weiter verschlechterte.

Meine Familie betreibt seit Generationen ein Lebensmittel-Einzelhandelsgeschäft. Es war klar, dass ich als ältester Sohn das Geschäft übernehmen sollte, und so wurde ich im Nachbarort ausgebildet. Der Umgang mit den Kunden machte mir Spaß, und wenn ich etwas nicht richtig verstand, holte ich eine Kollegin dazu. Was ich beim Berufsschulunterricht nicht mitbekam, lernte ich zu Hause aus Büchern und bestand so erfolgreich meine Prüfung zum Kaufmann, trotz fortschreitender Schwerhörigkeit.

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Franz Poggel

Kunibertstr. 16

59457 Werl

 

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