1. Deutscher CI-Tag 2005 „Taub und trotzdem hören“ – Ein Rückblick

Dante schrieb einmal: „Der eine wartet, bis die Zeit sich wandelt, der andere packt sie kräftig an und handelt.“ Ein Satz, durch den es fabelhaft gelingt, den Grundgedanken des 1. Deutschen CI-Tages auf den Punkt zu bringen: Aktiv sein, neue Wege gehen und Dinge in Bewegung versetzen. Mit dem 1. Deutschen CI-Tag haben wir es ausprobiert. Für die DCIG wie auch für die Veranstalter war dieser Tag eine Premiere. Die Umsetzung einer Idee in eine bundesweite Aktion, die Akquise von Sponsorengeldern für etwas gänzlich Neues, die Entwicklung eines Erscheinungsbildes, das Publizieren dieser Idee, die Gewinnung von Mitstreitern, die Zusammenführung der Veranstaltungen zu einem Programmheft, die Absprachen mit Partnerorganisationen, die Medienarbeit, die Vorbereitung und Versendung der Aktionspakete, die Umsetzung des Organisationsplans in Kooperation mit unterschiedlichsten Partnern... und und und… Es war ein organisatorisches Abenteuer rund um das CI und rund um die Menschen, die dahinter stehen.

Doch neben den organisatorischen Dingen stand für alle Beteiligten kräftiges Anpacken und Handeln ganz praktisch auf der Tagesordnung. Da wurden Infostände aufgebaut, Gasflaschen transportiert, zahllose rote Ballons mit Gas befüllt, eine Menge Informationsgespräche geführt, zahlreiche Informationsmaterialien verteilt, diskutiert, argumentiert und auch gefeiert.

Die Beteiligung von über siebzig Selbsthilfegruppen und Einrichtungen unterschiedlichster Art haben den 1. Deutschen CI-Tag zu einem Tag der Vielfalt und Begegnung gemacht. Er war auch ein Tag der Stürme und Gewitter. Viele Veranstalter hatten nicht nur mit dem regnerischen Wetter zu kämpfen, sondern auch mit den Windböen, die vielerorts die Informationsbroschüren in ähnlicher Geschwindigkeit von den Tischen wehten, wie die mit Gas befüllten Ballons gestartet waren. Insgesamt ließen die Beteiligten 10.000 Ballons mit Infokarten zum CI fliegen. 150 Wettflugkarten wurden von den Findern an die DCIG zurückgesandt. Die Karten kamen aus den unterschiedlichsten Winkeln. Beispielsweise hat sich ein Kegelclub aus Nordrhein-Westfalen namens ‘Die Pumpenleger’ ebenso beteiligt, wie eine Dame aus dem Norden während ihres Kuraufenthalts im Allgäu. Wir sind sicher, dass die Erklärungen zum CI auf den Wettflugkarten bei allen Findern Beachtung fanden. Auch die genannten Fundorte ließen uns manchmal schmunzeln. Hier stand zum Beispiel:

„Terrasse des Nachbarn“, „Gemüsegarten“, „Nord-Ostsee-Kanal“, „Ostbahnhof“, „Tennisplatz“, „,Hopfenfeld“, „Autobahnausfahrt Grünstreifen“, „Baumwipfel“ oder auch „Katholischer Friedhof“. Besonders hervorzuheben ist ein Briefumschlag mit insgesamt zehn Karten. Laut Angabe des Absenders ist ein ganzes Bündel Ballons in seinem Vorgarten gelandet. Ein anderer hatte sich die Mühe gemacht und die Flugstrecke am PC simuliert und die zurückgelegte Entfernung des Ballons in Kilometern angegeben. Es ist zu überlegen, ob nicht ein Kreativpreis vergeben wird! Einsendeschluss war der 4. Juli 2005. Da auf den Wettflugkarten der Startort nicht vermerkt war, werden die Gewinner über ein Losverfahren ermittelt.

Bei Veranstaltungen in der Größe des 1. Deutschen CI-Tages ist die Reflexion ein wichtiger Bestandteil und stellt eine entscheidende Qualitätssicherung für kommende Aktionstage dar. Wir haben daher einen Reflexionsbogen ausgegeben. So ist es uns möglich, Eindrücke und Impulse zu sammeln und auszuwerten. Diese Auswertung wird  Basis für die Organisation des 2. Deutschen CI-Tages 2006 sein.

Da Papier jedoch bekanntermaßen geduldig ist und vieles nur schwer aufgeschrieben werden kann, bieten wir zusätzlich ein Reflexionstreffen in Bad Hersfeld an. Dieses Treffen für alle Veranstalter am 17. und 18. September 2005 stellt den Abschluss des 1. Deutschen CI-Tages dar und ist zugleich Startschuss für den 2. Deutschen CI-Tag am 10. Juni 2006. Es soll eine Chance bieten, sich persönlich kennen zu lernen, neue Kontakte zu knüpfen und Erfahrungen auszutauschen. Zudem wird das Wochenende sicherlich genügend Freiraum für entspannte Unterhaltungen und Gespräche bieten. Und wer weiß, vielleicht entstehen ja schon wunderbare neue Ideen für den 2. Deutschen CI-Tag 2006.

Den Sponsoren und Förderern dieses ersten Aktionstages danken wir für das Mittragen einer neuen Idee. Ganz besonders möchten wir hier die Deutsche Behindertenhilfe Aktion Mensch hervorheben und uns für die kooperative Zusammenarbeit bedanken. Allen aktiv Beteiligten ganz herzlichen Dank für ihr Engagement und die investierte Zeit. Die Kreativität und der Einsatz der einzelnen Gruppen machen den CI-Tag aus und wir sind schon heute gespannt, was im kommenden Jahr bewegt wird. Unser Ziel ist es, diese Bewegung zu unterstützen und weiter voran zu bringen.

Die Online-Auswertung, die Presseberichte und die Auswertung der Medienagenturen zum CI-Tag 2005 haben wir für alle Interessierten unter www.taub-und-trotzdem-hoeren.de eingestellt.

Michael Schwaninger                                                              Tanja Ringhut 

Promenadeweg 2                                                                    Rosenstr. 6

63110 Rodgau                                                                         89257 Illertissen

 

 

... Kurzberichte aus 25 Städten und weiteres sowie interessante Artikel lesen Sie bitte in der aktuellen Ausgabe, zu bestellen bei der Redaktion!