CI und Optimismus: Die Entwicklungsperspektiven von Kindern mit angeborenen hochgradigen Hörstörungen sind durch das CI grundlegend verbessert. Ihre Entwicklungspotenziale für Hören, Sprechen und lautsprachliche Kommunikation waren noch nie so gut wie heute. Diese Potenziale optimal zu nutzen setzt eine vertrauensvolle und optimistische Einstellung sowie eine fachlich kompetente Vorgehensweise voraus. In diesem Beitrag wird auf diese Aspekte eingegangen.

Optimismus und Vertrauen

Während des Symposiums ‘Zwanzig Jahre Cochlea Implantation in Hannover’ im Oktober 2005 habe ich in meinem Vortrag ein Bild von Jürgen Klinsmann gezeigt und die Frage gestellt, welche Gedanken dieses Bild bei den Zuhörern auslöst. Selbstverständlich kamen vielen Zuhörern Gedanken wie ‘Fußball’, ‘Bundestrainer’ oder ‘Kalifornien’ in den Sinn. Auf die weitere Nachfrage, was Klinsmann denn verkörpere, erhielt ich keine Antwort. Bei zwei weiteren Veranstaltungen habe ich es erneut versucht…, ohne die richtige Antwort zu bekommen.

Nach dem erfolgreichen Auftritt der ‘Mannschaft’ bei der Weltmeisterschaft 2006 und die vielen Gespräche und Reflexionen, die es im Fernsehen, in der Kneipe oder am Arbeitsplatz gab, haben viele erkannt, was Klinsmann verkörpert: Optimismus und Vertrauen.

Als Klinsmann seine Arbeit begann, waren die Spieler meist nicht schon ‘erwachsen und etabliert’, sondern eher jung, offen und entwicklungsfähig. Klinsmann hatte vom Anfang bis zum kleinen Finale um den 3. Platz die optimistische Einstellung, dass sein Team viel schaffen könne. Dazu brauche man einen positiven Teamgeist… sowie gute und vertrauensvolle Beziehungen zwischen Trainer und Spieler. Klinsmann war als Trainer immer offen und vor allem kommunikativ. Seine expressive Art, Information und Emotion zu kommunizieren, haben Spieler und Zuschauer überzeugt und begeistert.

Auch wenn das Endergebnis nicht der Weltmeistertitel war: Alle waren zum Schluss zufrieden und glücklich. Dieser Fußball hat Ergebnis gezeigt und Spaß gemacht!

 

Was hat das nun mit dem CI zu tun? Aus meiner Sicht viel…

Nach einer CI-Versorgung ist medizinisch-technisch die Grundlage geschaffen worden, um hören zu lernen. Das bedeutet, dass das gerade implantierte Kind zwar auditiv-verbal noch nicht ‘etabliert’ ist, in diesem Bereich jedoch klare Talente hat und somit entwicklungsfähig ist. Wie bei Klinsmann ist hier eine optimistische Einstellung wichtig, wenn nicht sogar entscheidend. Denn, was man dem Kind nicht zutraut, wird es weniger wahrscheinlich oder gar nicht entwickeln. Das Kind spürt dies intuitiv, Mutter und Kind verwenden alternative Kommunikationslösungen und die (Hör-)Talente werden nicht ausreichend.

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Prof. Dr. Ir. Frans Coninx

Institut für Audiopädagogik

An-Institut der Universität zu Köln

Forststra. 1 a

42697 Solingen

Universität zu Köln
Heilpädagogische Fakultät
Seminar für Hör- und Sprachgeschädigtenpädagogik

Klosterstraße 79b
50931 Köln

 

 

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