Schwerhörigkeit –   ein sich wandelndes Phänomen
                                      im sich wandelnden Lebensprozess Teil II

 Am ersten Übungsleiterkurs des DSB hatte ich 1986 teilgenommen und war nach einer gehaltenen Stunde in ‘Hörtaktik’ gebeten worden, bei den nachfolgenden Übungsleiterkursen als Referentin mitzuwirken. Gerne übernahm ich diese Aufgabe. Dabei lernte ich eine Reihe von engagierten Menschen im DSB kennen, unter anderem Gisela Mätzke. Sie fragte mich, ob ich mit ihr zusammen ein Seminar für Schwerhörige und Ertaubte halten wolle. Ich stimmte erfreut zu. Wir arbeiteten so über neun Jahre zusammen. Es entwickelte sich eine Freundschaft zwischen uns, die selbst heute noch lebhaften Bestand hat.

Gut drei Jahre war ich im Krankenhaus-Sozialdienst beschäftigt. Danach wechselte ich zu einer Werkstatt für Behinderte, die meisten davon körperbehindert. Inzwischen hatte ich mich gemausert. Schon im Bewerbungsgespräch sprach ich offen meine Hörbehinderung an. Im Sommer 1991 übernahm ich viele Überstunden, da meine Kollegin die Berufsunfähigkeitsrente beantragt hatte. Es wurde mir schließlich zuviel und mein Körper schickte mir als Retourkutsche im November die Hörstürze – ein absoluter Wendepunkt in meinem Leben. Ich erfuhr von einer Laser-Ginkgo-Behandlung und begab mich im Februar 1992 für drei Monate nach Hamburg zur Behandlung. Mein Tinnitus sprach zwar nicht an, aber mein Hören besserte sich. Nach mehreren Wochen erlebte ich ein kleines großes Wunder: Ich verstand morgens, dass sich eine Schwester mit einem Patienten vor der Zimmertür übers Zähneputzen unterhielt! Da liefen Tränen des Glücks und der Freude. Eine kleine Salzperle plumpste in das Gelbe meines Frühstückseis. War das ein Volltreffer!

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Gabriele Höfer
Dipl.-Sozialarbeiterin
Hauptstr. 21
56220 St. Sebastian

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