Bedeutung der unterschiedlichen Reizstrategien beim Hören mit
Cochlea-Implantat

Mit der Entwicklung der ersten Multikanal-Cochlea-Implantat-Systeme Mitte der 80er-Jahre wurden die ersten Reizstrategien mit Mehrband-Filtertechnik eingeführt, die heute auch in modernen CI-Sprachprozessoren verwendet werden. Hierbei wird das von einem Mikrofon aufgenommene Signal durch eine ‘Filterbank’ in verschiedene Tonbereiche aufgeteilt. Somit wird Sprache in verschiedene Bereiche zerlegt und damit eine, gegenüber den ersten nur mit einer Elektrode arbeitenden einkanaligen CI-Systemen, deutlich verbesserte Übertragung der Information ermöglicht. Die einzelnen Ausgänge der Filterbank unterliegen einer weiteren Verarbeitung, denn die Stärke des von den Elektroden abgegebenen Reizstroms muss an den individuell unterschiedlichen Empfindlichkeitsbereich des Hörnervs angepasst werden.

Ein grundsätzliches Problem bei der Übertragung der elektrischen Reizmuster an den Hörnerv ist die mangelnde Fokussierung des elektrischen Feldes. Dies bedeutet, dass bei der Stimulation von benachbarten Elektroden eine große Anzahl von Neuronen im Überlappungsbereich der benachbarten elektrischen Felder aktiviert wird und damit im Falle fast vollständiger Überlappung des Feldes kein wahrnehmbarer Unterschied existiert. Die bisherigen Versuche, eine stärkere Eingrenzung des elektrischen Feldes zu erreichen, hatten eine höhere Wahrscheinlichkeit nicht gewünschter Nebenwirkungen, wie z.B. mangelnden Lautheitsaufbau oder Mitreizung des Gesichtsnervs zur Folge. Aus diesem Grund verwenden die derzeit am Markt erfolgreichen CI-Systeme die sogenannte ‘Monopolare Elektroden-Konfiguration’, die zwar den Nachteil der schlechteren Fokussierung hat, aber eine wesentlich günstigere Lautheitsfunktion bei deutlich herabgesetzter Neigung zu Nebenwirkungen zeigt.

 

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Prof. Dr. Uwe Baumann
Universitätsklinik Frankfurt/Main
Zentrum HNO/Audiologie
Theodor-Stern-Kai 7
60596 Frankfurt

 

 

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