Hirnstammimplantat (Auditory Brainstem Implant = ABI)

Die Wiederherstellung des Hörvermögens durch Implantate in der Hörschnecke (Cochlea) ist der größte praktische Erfolg, den die Neuroprothetik bisher im Bereich der Sinnesfunktionen erreichen konnte. Die Elektroden dieser Implantate können bei Ertaubung eingesetzt werden, solange der Hörnerv wenigstens auf einer Seite funktioniert. Ist der Hörnerv auf beiden Seiten zerstört, kann eine elektronische Hörhilfe nur dann funktionieren, wenn die Elektrode an einen Punkt verlegt wird, der in der Hörbahn des Nervensystems weiter zentral liegt. Die nächste Station der Hörbahn ‘hinter’ dem Hörnerv ist der Hirnstamm. So sind aus den Cochlea-Implantaten die auditorischen Hirnstammimplantate (ABI) entstanden. Die durch das ABI ermöglichten Chancen, die Risiken der Implantation, insbesondere im Vergleich mit Gehirnoperationen, und die Möglichkeiten einer Auswechslung des Implantates bei Fehlfunktion oder Komplikationen sind Gegenstand dieser kurzen Darstellung. 

1. Chancen und Nutzen des ABI

Sind beide Hörnerven zerstört, z.B. durch Neurofibromatose Typ II, dann kann ein in die Cochlea eingebrachtes Implantat das Hören nicht wiederherstellen, da Nervenfasern zur Weiterleitung seiner Impulse zum Hirnstamm nicht mehr vorhanden sind. Ein Mensch, bei dem diese Situation besteht, ist durch seine Erkrankung vollständig ertaubt. Er kann sich schriftlich, sonst aber nur durch Lippenablesen und Zeichensprache verständigen, es umgibt ihn völlige Stille. Dies ohne weiteres zu akzeptieren, sind nur wenige Patienten bereit.

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Prof. Dr. Steffen Rosahl
Klinik für Neurochirurgie
HELIOS-Klinikum Erfurt
Nordhäuser Str. 74
99089 Erfurt

 

 

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