Beratung von werdenden Eltern zum Neugeborenen-Hörscreening
– ein Modellprojekt

Hörstörungen zählen zu den häufigsten Sinnesbehinderungen bei Neugeborenen. Etwa 1 bis 2 von 1.000 Säuglingen kommen mit einer interventionspflichtigen Hörstörung zur Welt. Bei Risikokindern wird die Prävalenz auf etwa 2 bis 3 % geschätzt, bei Frühgeborenen liegt die Zahl sogar bei 3,1 % (Zehnhoff-Dinnesen, 2008).

Mit dem 1. Januar 2009 hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) das Neugeborenen-Hörscreening (NHS) zur gesetzlichen Regelleistung in Deutschland erklärt. Damit ist der Grundstein gelegt worden, Hörstörungen bereits bei Säuglingen und Kleinstkindern frühzeitig zu erfassen. Die Vorgaben der G-BA, Hörstörungen bis zum 3. Lebensmonat zu diagnostizieren und therapeutische Maßnahmen bis zum 6. Monat einzuleiten, werden jedoch kaum realisiert. Problematisch gestaltet sich nach wie vor das Tracking, d.h. die Nachverfolgung nicht kontrollierter, testauffälliger Kinder, da dies in den einzelnen Bundesländern individuell geregelt wird. Die Zahl der sogenannten ‘Follow-Up losts’ liegt zum Teil bei 50 bis 60 %. Eine Ursache dafür wird unter anderem in der fehlenden Aufklärung und Beratung von Eltern gesehen. In einer aktuellen Studie von Hintermair & Barthelmes (2009) konnte festgestellt werden, dass ein Großteil der befragten Mütter über nur sehr geringe Informationen zum NHS verfügen. Dabei stellte sich auch heraus, dass die befragten Frauen unabhängig vom Bildungsstand oder vom Faktor ‘Erst- oder Zweitgebärend’ nur wenig bzw. gar keine Kenntnisse über das neonatale Hörscreening hatten.

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Dr. Sandra Scholz
Hörtherapiezentrum Potsdam
Zum Jagenstein 20
14478 Potsdam

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