Wegbegleiter ‘Tinnitus’
– mit dem ungebetenen Mitbewohner lebenslang unter einem Dach

Es ist inzwischen mehr als dreißig Jahre her, als es während eines Skiurlaubs in Südtirol in meinen Ohren das erste Mal klingelte. Der früher nie wahrgenommene Ton ähnelte dem Summen einer kaputten Leuchtstoffröhre. Ich war damals noch guthörend, kannte den Begriff ‘Tinnitus’ nicht und dachte zunächst an eine Erkältung. Die Durchblutungstabletten, die der HNO-Arzt etwa eine Woche später nach der Rückkehr in die Heimat mit einem leichten, für mich undefinierbaren Lächeln über den Lippen verschrieb (hab’ ich mir seinen ironischen Zug bloß eingebildet?), nutzten mir überhaupt nichts. Der Tinnitus blieb in einem hohen Summton erhalten und verstärkte sich im Laufe der Jahre zunehmend.

Dennoch behielt ich selbst stets die Oberhand und lernte notgedrungen, mit der Situation umzugehen. Beruf, Familie und Ehrenamt forderten mich damals stark und es gelang mir, den Tinnitus in der Wahrnehmung zur Seite zu schieben. Er war da, er beherrschte mich jedoch nicht. Erst viel später lernte ich einschlägige Erfahrungsberichte von Mitbetroffenen kennen. Erst viel später erfuhr ich, dass eine sofort eingeleitete Infusionstherapie in manchen Fällen den Tinnitus nicht chronisch werden lassen kann. Erst mehrere Jahre später lernte ich, die frühen Ohrgeräusche als erstes Anzeichen einer beginnenden Hörschädigung zu werten. 

(...)

Margit Gamberoni
Auf dem Lerchenbühl 34
96049 Bamberg

 

 

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