Wenn die Mutter langsam ertaubt

Wie es ist, wenn die geliebte Mutter immer schlechter hört, bis sie dann schließlich völlig ertaubt, schildert die heute erwachsene Tochter Janina Hilkert. Früh lernte sie, ihrer Mutter in alltäglichen Situationen eine Stütze zu sein. Nicht immer ganz einfach. Doch mit dem Cochlea-Implantat (CI) kam die Wende.

An eine Szene erinnere ich mich noch ganz genau: Ich saß mit meinem Bruder im Flur bei den Meerschweinchen, als sich meine Mutter Renate zu uns setzte und uns eröffnete, sie wäre schwerhörig und würde langsam taub werden. Ich war vielleicht acht Jahre alt und für mich brach damals eine Welt zusammen. Nicht, weil ich in irgendeiner Form an mich dachte, sondern weil ich nicht wollte, dass es meiner Mama schlecht geht. Als sie gegangen war, musste ich heulen – ich wollte nicht, dass sie das sieht und sich noch schlechter fühlt. Auch in diesem Alter wusste ich sehr wohl, was es heißt, taub zu werden. Als Kind wünscht man sich, dass die Eltern stark sind und tapfer. Dass sie alle Probleme für einen lösen und unangreifbar sind. Meine Mutter hat mir in diesem Moment gezeigt, dass sie das nicht ist, und vielleicht war es auch das, was mir Angst machte.

(...) 

Janina Hilkert
 

 

Ausgabe: Schnecke 85, Seite 18

 

 

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