„Lernen fängt im Ohr an" – Plädoyer für eine bessere Hörsamkeit in Schulen

Barrierefreiheit ist keine politische Idee zur Gängelung von Bauherren, sondern eine unverzichtbare Brücke für gehandicapte Menschen ins gesellschaftliche Leben und Erleben. Schließlich steht nicht umsonst im deutschen Grundgesetz: „Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden" (Art. 3, Abs. 3, Satz 2). Führt man sich vor Augen, dass es ungefähr 15 Millionen Schwerhörige in Deutschland gibt, wird klar, wie viel Benachteiligungspotenzial das Thema „Auditive Barrierefreiheit" hat. Rund ein Fünftel der 40- bis 60-Jährigen in diesem Land hört chronisch schwer. Bei den über 65-Jährigen betrifft es sogar jeden Zweiten. Bei rund einer Million Menschen in Deutschland sind die Hörbeeinträchtigungen so schwer, dass sie sich knapp an der Grenze zur Taubheit befinden. Schwerhörigkeit kann heute als Volkskrankheit gelten und bringt im Alltag viele Probleme mit sich. Übrigens darf der viel zitierte demografische Wandel auch bei diesem Thema nicht außer Acht gelassen werden. Unzureichendes Hören ist aber nicht immer ein Alterseffekt oder organisch bedingt: Schon die jahreszeitlich bedingten Infektionskrankheiten sorgen bei ansonsten kerngesunden Menschen für Hörschwellenverschiebungen – wenn auch nur vorübergehend. So werden – über das Jahr gerechnet – zwölf Prozent der Schüler einer Klasse aufgrund von Erkältungen faktisch zu Schwerhörigen. Hinzu kommen diejenigen mit kognitiven Beeinträchtigungen wie Konzentrationsschwächen oder Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom.

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Dr. Markus Meis
Prof. Dr. Maria Klatte

 

 

Ausgabe: Schnecke 87, Seite 64

 

 

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